Nach dem Sommerurlaub war es so weit: ich hatte ein Gewicht erreicht, was ich noch nie auf der Waage gesehen hatte

Nach dem Sommerurlaub war es so weit: ich hatte ein Gewicht erreicht, was ich noch nie auf der Waage gesehen hatte. Das hat mir doch einen Schock versetzt. Ich merkte, dass meine alten Beschwichtigungsstrategien nicht mehr zogen und ich wirklich was tun musste. Es war auch nicht mehr schön so, weder optisch noch von der Kondition und Beweglichkeit her. Da fiel mir der Flyer der Gewichtsklasse in die Hand. Zum Glück passte es auch noch gut mit dem Anfang des Kurses. Die Info-Abende waren im September, und es konnte kurz darauf losgehen.

Im Konzept des Kurses waren verschiedene Elemente enthalten, die sehr hilfreich waren: Zum einen war der Kurs mit gut 3 Stunden sehr intensiv und fand ein halbes Jahr lang statt. Das ist aus meiner Sicht auch sehr wichtig, da es sonst kaum eine Chance gibt, wirklich Veränderungen im Alltag zu etablieren. Wichtig waren mir vor allem die Gesprächsrunden mit Ernährungsberatung und verhaltenstherapeutisch orientierten Gruppengesprächen, die ich als sehr hilfreich erlebte. Wir haben nicht nur viele Informationen erhalten, sondern immer wieder neue Anregungen, über uns und unser Essverhalten nachzudenken. Auch methodisch haben wir einige Hilfestellungen bekommen wie beispielsweise die Essensprotokolle, die das eigene Essverhalten bewusster werden ließen.

Es wurde aber auch toleriert, wenn man sich seine eigenen Wege suchte. Wichtig war auch das gemeinsame Walken, dass mir wieder eine neue Möglichkeit verschaffte, mich zu bewegen.Ich habe dieses halbe Jahr als Prozess aufgefasst, hatte verschiedene Phasen, wie ich an die Gewichtsreduktion heranging. Besonders schwer fiel mir anfangs die Umsetzung in den Alltag, da ich meist für die Familie kochte. Zuerst wog ich alles akribisch ab und kochte extra für mich. Später stellte ich mehr und mehr das Essen für die ganze Familie um und versuchte vor allem, fettarm zu kochen, Süßes nur in Minidosen zu genießen und insgesamt die Mengen zu reduzieren bzw. Obst und Rohkost zur Sättigung einzusetzen.

Dieses Konzept war dann alltagstauglich und gut umsetzbar. Und was für mich wirklich eine wichtige Erkenntnis wurde: Qualität ist wichtiger als Quantität. Ich versuchte also mein Augenmerk auf gutes und gesundes Essen zu legen, besonders intensiv zu schmecken und das Essen sehr bewusst wahrzunehmen und es mir in den Essenssituationen schön zu machen. Auch über den Kurs hinaus habe ich mit diesem Konzept noch eine Weile abgenommen, insgesamt knapp 30 Kilo. Das war wirklich ein riesiger Erfolg. Es war nicht nur herrlich, beim Kleidungskauf eine viel größere Auswahl an Läden zur Verfügung zu haben, sondern sich auch wieder beweglicher und fitter zu fühlen.

Nun sind 3 Jahren vergangen. Was ist geblieben? Eine bessere Lebensqualität ist auf jeden Fall geblieben. Seitdem gehe ich regelmäßig 1-2 x pro Woche Walken, an einem Tag mit einer anderen Kursteilnehmerin von damals. Auch bei der Auswahl und Zubereitung der Lebensmittel haben sich einige Änderungen nachhaltig festgesetzt wie z.B. fettarmes Kochen. Negativ ist allerdings, dass ich doch wieder mehr esse als ich brauche und wieder fast die Hälfte zugenommen habe. Natürlich ärgere ich mich über mich selbst, aber vielleicht finde ich jetzt besser einen neuen Ansatz. Das Problem Übergewicht wird wohl bleiben. Dass ich da lebenslang wachsam sein muss, das musste ich auch erst mal begreifen.


Ich fand den Kurs mit diesem Konzept (Ernährungsberatung, verhaltenstherapeutisch orien­tierte Gespräche, die Gruppe selbst und das Walken) wirklich sehr hilfreich. Vielleicht wäre ein „Nachsorgekonzept“ nötiger als wir das alle damals gedacht haben.
So hilfreich auch die Gruppe war, trotzdem war es nicht schön, dass sie immer mehr schrumpfte.

Auch einige Auseinandersetzungen mit anderen Gruppenteilnehmerinnen empfand ich damals als schwierig. Wer auch immer auf der Suche nach Hilfestellungen zum Thema Übergewicht/Abnehmen ist, dem empfehle ich heute die Teilnahme an der Gewichtsklasse, weil der Kurs wirklich einige Elemente enthält, ohne die ich das niemals allein geschafft hätte! Ich danke den freundlichen Leiterinnen.

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